Wenn er dich wie jeden Morgen, ob warm, ob kalt, komplimentiert, dir zuhaucht wie wundervoll du heute in diesen Tag aufbrichst – glaube ihm nicht. Glaube ihm nie, auch wenn seine Stimme vor Überwältigung bricht und seine Hände sich in deinem Schoß nach Wärme ringend öffnen; sei kalt.
Wenn er dich nach einem heftigen, dich noch immer schüttelnden, Moment des Glückes mit seinen Augen fixiert als wollten seine Pupillen, bis an die Grenzen seiner Farben geweitet, alles von diesem Augenblick aufsaugen, noch ehe sie die Dunkelheit wieder zuziehen könnte – entziehe dich seinen Griffen, wende dein Gesicht ab. Lass ihn sich nicht verlieren in Poren voll Trauer, Fältchen die nicht vom Lachen kommen und jenen widerspenstigen Brauen, die dunkle Ringe überdachen.
Wenn er dich vorsichtig, während die Nacht schon ausläuft, versucht nährend zu wecken, Lippe an Lippe, dann lass ihn nicht; umgreife sein Gesicht, Fingerkuppen die sagen „Nein!“- nicht weil der nächtliche Atem sich nicht schickt, sondern weil der Hungrige schläft, um seinen Hunger zu vergessen; Nahrung von Ihm, die brauchst du nicht.
Wenn er dir mitbringt, tanzende Stoffe und wehende Kleider, ganz allein für dich, dann trage sie nicht. Hänge sie zu all den anderen verstorbenen Wünschen und Träumen über das, was du gerne einmal wolltest sein, dir jedoch einfach nicht passt. Zieh Stoffe und Kleider über einen Bügel, denn über deinen Bauch voll ungesagter Worte passen diese einfach nicht.
Wenn er dich dann fragt, ob sie dir nicht gefallen, werde böse und reißerisch laut; sag ihm du wärest keine Puppe und dass sich nichts von dem was er wollte jemals unter jenen Stoffen und Kleidern befinden würde – was auch immer er dann sagt,
bitte glaube ihm nicht.
Wenn er streift absichtlich deine Hüften, während du Teller und Pfannen abwäschst und mit ihnen die Gebete unter deinen Fingernägeln, dann stoße ihn weg. Lass ihn wissen, sie sind so stark wie sie aussehen, deine Hüften; er muss verstehen wie sehr du einem Clown nachempfinden kannst, wann immer er meint Hüften, Beine und Bäuche wären Orte zu begehren, Orte zu besuchen, Orte zu sehen. Weine dann um beide, dich und den Clown, aber lass ihn einfach nicht.
Wenn er dich in Nächten unter der Decke zaghaft sucht, schenke ihm nichts als eine abweisende Druckstelle an deinem Fuß.
Wenn er dich auf der Bank sitzend mit einem Arm umschließt, drossele deine Atmung und versteinere.
Wenn er dich auf einer Feier mit seinen Augen sucht, dann vergifte dich selbst mit der Idee er suche alles was hier mit wehenden langen Haaren und noch längeren Beinen trinkt und lacht, nur nicht dich.
Wenn er dich liebt und es dir körperlich erzählen möchte, liebevoll, Botschaft um Botschaft, zart, Geständnis für Geständnis, dimme das Licht und nimm nicht nur diesem Raum all sein Leuchten, spiele in deinem Kopf all deine inszinierten Entdeckungen, schreienden Ängste und brennenden Sorgen ab; während du dir vorstellt wie er jene Frau, mit der du absolut nichts außer die Erinnerung an seine Haut teilst, aus seiner Vergangenheit hält; lass dich vom Zorn durchströmen und fülle jede Zelle deines Körpers mit Ablehnung, bis dich in Fleisch zu lieben einer Unmöglichkeit gleicht.
Wenn er dich egal zu welcher Zeit und egal von welchem Ort holt und sicher in euer Heim bringt, unterdrücke sein fürsorgliches, pflichtbewusstes Sein und serviere ihm eine Platte voll zynischen Komplexen, denn du bist nichts als eine Last, ein Gang zu viel, zu weit.
Wenn er dir Bilder einer gemeinsamen Zukunft malt, dann brich seine Pinsel in zwei, den tieferen Grund und Sinn hast du in deinen Recherchen noch nicht erfassen können, doch er lügt, er lügt.
Wenn er bei deinem, du dachtest unbeobachteten, Gang in die Dusche eine Karte voll wahr gewordener Sehnsüchte und bewundernder Atemstöße entlang der Haut malt, die deinen Körper umgibt, übertöne seine aufrichtigen Lobgesänge an die Natur die dich schuf mit schrillen Schreien; jage ihn aus dem Bad; schließ ab; schließ dich ein; schließ alles was du hast und weine bitterlich während die Tür zwischen euch niemals dick genug sein wird, um ihn vor deinen Lauten zu verschonen.
Wenn er meint es richtig zu machen, finde den Fehler, denn du bist der Fehler.
Wenn er dich würdevoll darum bittet dich zu befreien, entkleide dich bei einer Tausend Watt Glühbirne vor dem wohl grausamsten Spiegel, den ihr besitzt und zeig ihm was er dir antut, während er meint sich dich zumuten zu müssen; tu so als hättest du ihn nicht wohlwollend missverstanden.
Dann, wenn er nicht nicht mehr kann aber möchte, noch will, aber es nicht mehr schafft dich davon zu überzeugen, auf welche Art und Weise er dich liebt – drehe dich triumphierend im Kreis, schnalze spöttisch mit der Zunge über eine Wahrheit, die du meintest schon immer gekannt zu haben, zeige mit dem Finger auf ihn und beschuldige ihn ein Mal mehr und noch ein Mal und ein weiteres Mal dich belogen zu haben – wende dich siegreich ab während du fällst und verlierst und mime Erleichterung,
denn du hast ihm nie geglaubt.
Lass ihn nicht sprechen, wenn er dir erklärt er liebe dich so als wäre es keine Wahl; unterbrich ihn, wenn er dir aufzeigt er könne dich lieben wie eine Frau, jedoch nicht wie eine Frau, die sich selbst nicht liebt; lache ihn aus wenn er ein Afrikanisches Sprichwort zitiert, welches klagt:
„Traue niemals jemanden der dir oberkörperfrei ein Hemd reichen möchte.“
-Du musst erst dich selbst lieben, bevor du jemand anderem Liebe schenken kannst.-
Wenn er dir von einer Frau erzählt, die deinen Namen trägt und vor vielen Leben einmal losgelöst tanzte, authentisch lachte, wild liebte und mit offenen armen empfing was das Leben ihr in Papier aus reizendem Glück und Kummer gewickelt, schenkte, atme.
Wenn du endlich wieder atmest, lass Sie los. Lass Sie los, Sie, die schwer und groß auf deinem naturellen Instinkt, deiner weiblichen Königlichkeit, deinem Mut und deinem Selbstverständnis dafür gewollt, geschätzt und geliebt zu werden. sitzt und wie ein blockierter Wirbel sämtliche Nerven bis hin zu deinen Fingerspitzen strapazierend lähmt: Sie, die Unsicherheit.
Wenn du losgelassen hast, sinke zusammen und gestehe dir ruhig, aber auch laut, ein wie viel schwerer es ist sich lieben zu lassen, wie viel beängstigender als selbst zu lieben.
Wenn er dir nun sagt er liebe dich, unbeholfen und unkontrolliert, fast so als sage er es zu sich selbst, überwältigt von dem Gefühl Dich zu lieben – glaube ihm.
Glaube ihm.
Glaube ihm.
Glaube ihm.
Wenn er sämtliche Spiegel abhängt, deine Beine vorsichtig unter jenen langen traditionellen Rock, den er so sehr an dir mag, schiebt und mit einem zerbrochenen Pinselende, deine Hand in der Seinen, erneut versucht gemeinsam mit dir zu malen, dich liebt als hätte er keine Wahl – dann glaube Dir nicht, bitte glaube Dir nie, nie mehr.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen